Das Priestertum für Christus, den König

Durch die Messe führt das Priestertum zum Christkönig. Seinem römischen Lehrer Pater Voegtli treu, sieht Erzbischof Lefebvre in der Messe auch die feierlichste Proklamation des Königtums Christi. Im „Vexilla Regis“ singen wir „Regnavit a ligno Deus“: Gott regiert vom Holz des Kreuzes herab. Am Kreuz hat er den Dämon, die Sünde und den ewigen Tod besiegt, und dieses Erlösungswerk geschieht in jeder Messe.[1]

  • 1. Sekret vom 9. Sonntag nach Pfingsten: „Das Werk unserer Erlösung wird vollzogen, sooft man das Gedächtnis dieses Opfers feiert.“

Der Sieg des Christkönigs geschieht in der Messe, aber er ist auch eine Eroberung: er erstreckt sich auf alle Seelen, auf die Familien, die katholische Schule, er erreicht die Berufe, die Gesetze, die Politik und das ganze gesellschaftliche Leben. Das ist die ganze Aufgabe des katholischen Priestertums.

In seiner Predigt zum Priesterjubiläum am 23. September 1979 erinnert Erzbischof Lefebvre an die wunderbaren Wirkungen der Messe auf die Gesellschaft. Als Missionspriester in Afrika war er Zeuge davon geworden:
 

Dort habe ich wahrhaft gesehen, was die Gnade der heiligen Messe vermag. Ich habe es an den heiligmäßigen Seelen einiger unserer Katechisten gesehen, diesen ehemaligen Heidenseelen, die durch die Gnade der Taufe, durch die Gnade des Besuchs der heiligen Messe und durch die allerheiligste Eucharistie verwandelt wurden. Diese Seelen haben das Geheimnis des Kreuzesopfers erfasst und vereinigten sich mit unserem Herrn Jesus Christus in den Leiden seines Kreuzes, brachten ihre Opfer und ihre Leiden unserem Herrn Jesus Christus dar und lebten als Christen. (…)."
 

Ich konnte sehen, wie diese vollkommen heidnischen Dörfer christlich wurden und sich nicht nur geistlich und übernatürlich wandelten, sondern auch physisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, politisch, weil diesen heidnisch gewesenen Menschen plötzlich bewusst wurde, dass es notwendig ist, seine Pflicht zu erfüllen, trotz der Prüfungen, trotz der Opfer, seine Abmachungen, besonders die Verpflichtung der Ehe, einzuhalten. Und so wandelte sich das Dorf allmählich unter dem Einfluss der Gnade, unter dem Einfluss der Gnade des heiligen Messopfers.“[2]

  • 2. Predigt zum Priesterjubiläum am 23. September in Paris, in: „Damit die Kirche fortbestehe“, Stuttgart 1992, S. 355 f.