Der heilige Thomas von Aquin

Die philosophischen und theologischen Studien folgen der Lehre des hl. Thomas von Aquin, welcher doctor communis, allgemeiner Lehrer der Kirche genannt wird, weil er, nach Leo XIII., dem hl. Pius X. und Pius XI., „nach dem extensiven Studium der Kirchenväter in gewisser Weise der Gesamterbe ihres Verstandes wurde und alle zukünftigen Irrtümer schon im Vorhinein widerlegt hat“.

Nach den Anweisungen Pius' X.[1] will Erzbischof Lefebvre, dass die Summa theologiae des Doctor angelicus, auf Latein gelesen, das Handbuch der Seminaristen sei:

„Die Summa kann man so zusammenfassen: Von Gott kommen, um durch Gott zu Gott zurückzukehren. Das ist die menschliche Bestimmung. Welches Wunder! Welches Programm! Das Studium dieses Programms in der Schule des heiligen Thomas von Aquin versetzt uns beständig in die Bewunderung und die Betrachtung der Geheimnisse der Weisheit, der Wissenschaft und der Liebe Gottes und seiner Barmherzigkeit für seine menschlichen Geschöpfe.“[2]

„In der Summe ist alles enthalten: dogmatische Theologie, Moral, Mystik, und sie ist seither nie wieder erreicht worden. Alle Handbücher holen sich ihre Inspiration beim hl. Thomas, aber es fehlt dort der Geist, der Heilige Geist, der beim hl. Thomas weht. Wohl ist der hl. Thomas ein wenig trocken zu lesen, und doch hat er oft zwei oder drei bestens formulierte Sätze, welche den spirituellen Aspekt der vorgetragenen Lehre zusammenfassen und die Ihnen ganz außerordentliche Horizonte eröffnen.“[3]

Die einzige Anweisung, welche der Gründer seinen Seminaristen gab, war: „Machen Sie Ihre Synthese!“ Das erklärt die Regel der Seminaristen der Priesterbruderschaft bezüglich der Studien:

„Die Seminaristen erweitern ihren Glauben und ihre Kenntnis unseres Herrn Jesus Christus und seines Erlösungswerkes durch ein Studium der natürlichen und übernatürlichen Wirklichkeiten, welche die Philosophie, die Theologie, die Heilige Schrift, die Kirchengeschichte, das Kirchenrecht sie lehren, indem sie sich bemühen, alles in unserem Herrn Jesus Christus zu überdenken, „recapitulare omnia in Christo“, unter der Führung des heiligen Thomas von Aquin.“

Infolgedessen

„lernen sie die Schriften des Doctor angelicus vollständig kennen, insbesondere die Summa theologiae, in welcher sie die sicherste Nahrung für einen bewussten Glauben, eine tiefe Frömmigkeit und eine wirksame und begeisterte Predigt finden werden.“[4]

  • 1. Hl. Pius X., Motuproprio „Doctoris angelici“, 29. Juni 1914
  • 2. Erzbischof Lefebvre, Geistlicher Wegweiser nach dem heiligen Thomas von Aquin, Ecône 1990, Kap. 10
  • 3. Erzbischof Lefebvre, Priesterexerzitien, 8. September 1982, Vortrag um 15 Uhr
  • 4. Regel für die Seminare, Direktorium, Nr. 5