Das Spiritualitätsjahr

Es ist ein weiteres Charakteristikum der Priesterbruderschaft St. Pius X., dass den kirchlichen Studien der künftigen Priester nach dem Willen des Gründers ein Spiritualitätsjahr vorgeschaltet wird.

Mit dieser Idee spielte der Erzbischof schon lange, und die Vorsehung ermöglichte ihm die Verwirklichung in Ecône, im Wallis, auf einem ehemaligen Besitz der Kanoniker des Großen St. Bernhard, der vor der Säkularisierung bewahrt worden war: „Bezüglich des Hauses im Wallis“, schrieb Erzbischof Lefebvre,

„ist meine Absicht, daraus ein Haus zu machen, welches den Bedürfnissen eines ersten Jahres geistlicher und liturgischer Ausbildung angepasst wird; so etwas wie ein erweitertes Noviziat, ohne den Namen und ohne die rechtliche Realität.“

Und so treten im Herbst die ersten elf Kandidaten in das Spiritualitätsjahr ein und sind so der Anfang dessen, was später das Seminar von Ecône sein wird. Sie kommen aus den Kreisen der Cité catholique und der Chevaliers de Notre-Dame.

Das Programm dieses Vorbereitungsjahrs ist vereinfacht. Das spirituelle Leben, das gelehrt wird, bezieht sich auf keine besondere Spiritualität, es ist die Spiritualität der Kirche. Sie hat den hl. Thomas von Aquin zum Lehrer. Man findet dort einen geistlichen einen spirituellen Wegweiser: Gott der Dreifaltige, der Schöpfer und die Vorsehung; der Mensch, die Sünde, die Rechtfertigung, die heiligmachende Gnade, die Kardinaltugenden, die Tugend der Religion, die Gaben des Heiligen Geistes und die Seligkeiten, die Person unseres Herrn Jesus Christus, die Sakramente, das heilige Messopfer, die Mutter Gottes.

Die jungen Leviten werden in die Übungen des geistlichen Lebens eingeführt: Schriftlesung, geistliche Lesung, regelmäßige Beichte, Meditation. Anfangs folgt man der Methode des hl. Ignatius, dann werden die Seminaristen ermutigt, ihre Meditationen zu vereinfachen und Herzensgebete zu verrichten. Unterricht in Latein, Patrologie und in gregorianischem Gesang vervollständigen diesen Teil der Ausbildung.