Die Ziele des Bischofs

Der neue Bischof setzt sich Ziele, von denen sein Generalvikar später sagen wird: „Er hat sie alle erreicht“.

In Übereinstimmung mit den Anweisungen des heiligen Papstes Pius X.[1], dessen Werke er liest, gilt die erste Sorge Bischof Lefebvres seinem Seminar, welches er in die Nähe von Dakar verlegt; die Gebäude errichtet er in der Oase Sebikotane. Einige Ehemalige aus Mortain sendet er nach Rom, wo sie Doktorgrade der Theologie erwerben, und so stattet er sein Seminar mit einem verjüngten, kompetenten und römischen Professorenkollegium aus.

In der Reihenfolge der Prioritäten folgt dann der Karmel, den er ganz in der Nähe des Seminars baut und der – in Erwartung afrikanischer Berufungen – von Karmeliterinnen von Cholet bewohnt wird. Durch ihre Gebete rufen sie Gnaden herab, beten für die zukünftigen Priester und sind „das Bollwerk der Kirche“ angesichts des zunehmenden Halbmonds.

Während Bischof Lefebvre sich noch fragt, wie er die sterbende Mission im heidnischen Land wieder kräftigen kann, geschieht der so ersehnte Durchbruch im Land Serere. Sofort bekommt der Bischof Verstärkung an Missionaren. Um den Islam aufzuhalten, der von Norden kommt und sich über die animistischen Gebiete ergießt, billigt und unterstützt er den „einfallsreichen und geschickten Eifer“ eines seiner Patres: Für die Heiden, die noch polygam, aber zur Kirche hingezogen sind, wird eine Vereinigung gegründet, die „Fog Ola“ heißt: Freunde der Christen, mit Mitgliedskarte und dem Versprechen, sich vor dem Tod taufen zu lassen[2]. Das wird ein Erfolg. Diese Menschen sind ganz mit der Kirche verbunden, ohne bereits Christen zu sein. Die jungen Leute bekommen Katechismusunterricht, werden getauft, heiraten, und die Kirche bekommt ihren festen Platz in Sine und Selloum.

In der Stadt müssen neue Kirchen gebaut werden. Bei seiner Ankunft fand Marcel Lefebvre in Dakar zwei Pfarreien und drei Kirchen vor; seinem Nachfolger übergab er neun Pfarreien und dreizehn Kirchen.

Auch eine andere Baustelle ist von Erfolg gekrönt: die Jungenschule, die in den Dünen von Hann vor den Toren der Hauptstadt gebaut wird. Von Anfang an ist sie für 700 Schüler vorgesehen: Ziel ist die Vorbereitung eine Elite junger Katholiken für dieses moslemische Land, das bald die Unabhängigkeit erlangen wird. Mit den religiösen Häuptern der Moslems geht der Bischof respektvoll und herzlich um[3], der Islam bedeutet trotzdem einen Zwang, und die Kirche muss die wahre Freiheit bringen, die Freiheit der Kinder Gottes.