Apostolischen Vikar

Ernennung zum Apostolischen Vikar, später zum Erzbischof von Dakar

Pater Lefebvre ist Oberer des Philosophie-Scholastikats von Mortain in der Normandie, als ihn ein Telefonanruf zurück nach Afrika ruft: Papst Pius XII. ernennt ihn zum Apostolischen Vikar von Dakar im Senegal. Ein Apostolischer Vikar hat bischöflichen Charakter, jedoch keine ordentlichen Befugnisse auf seinem Gebiet, welches direkt dem Papst unterstellt ist: er ist der Stellvertreter, der Vikar des Papstes.

Bischofsweihe

Die Stadt Dakar ist damals die Hauptstadt von Französisch-Westafrika, welches acht Länder umfasst, die noch französische Kolonien sind: Senegal, Guinea, Niger, die Elfenbeinküste, Obervolta, Togo, Dahomey und der französische Sudan. Am 18. September 1947 wird Marcel Lefebvre in Lille von Kardinal Liénart zum Bischof geweiht, Ko-Konsekratoren sind Mgr. Jean-Baptiste Fauret, sein ehemaliger Oberer im Gabun, und Mgr. Alfred Ancel, sein einstiger Mitschüler am französischen Seminar in Rom.

Alsbald unternimmt er eine Visitation seines Vikariats, welches am Cap Vert, der Westspitze Afrikas, gelegen ist. Es ist eine Halbwüste, ganz gegensätzlich zu Gabun. Fünfzigtausend Katholiken, verstreut zwischen der Stadt Dakar und den Dörfern an der Küste, mit Missionen im Inneren des Senegal, stehen anderthalb Millionen Moslems gegenüber. Bischof Lefebvre steht vor einer ihm völlig neuen Situation. Während des Krieges hat sein Vorgänger, Bischof Grimault, die bestehenden Posten einigermaßen erhalten können, es ist aber nötig, neu Ordnung zu schaffen; auch die Heidenmission muss neu in Gang gebracht werden.